Geschichte

Geschichte

Der Bau vom Hauptgebäude des heutigen Hotel Chalet Swiss geht zurück ins letzte Jahrhundert. In den Jahren 1862/63 wurde nach den Originalplänen - in Zollmass und mit Wasserfarben ausgemalt - von Johann Moser, Zimmermeister zu Matten, ein stattliches Bauernhaus erbaut. Bauherr war der damalige Regierungsstatthalter Jakob Ritschard. Die Sitzöfen, versehen mit dem Namen des Erbauers und den Jahreszahlen, findet man im heutigen Speisesaal; wahrlich währschafte Zeugen alter Handwerkkunst. Alten Dokumenten entnehme ich, dass das notwendige Quantum Holz für den Bau oberhalb von Brienz geschlagen wurde. Die stattlichen „Trämel“ wurden den Brienzersee hinunter, der Aare entlang, bis zur Haberdarre (Goldey) geflösst, wo sie per Fuhrwerk an die heutige Seestrasse geführt wurden. Die Hobelspäne sollen die Höhe des fertigen Hauses erreicht haben......und die bedürftigen Familien der Gegend dankbare Abnehmer des Abfallholzes gewesen sein.

Bewohnt wurde dann das Haus durch den Erbauer Jakob Ritschard, welcher zudem Fürsprecher und Regierungsstatthalter war, und dessen Frau Margrit. Der damalige Pfarrer von Unterseen hatte ebenfalls Wohnsitz im stattlichen Haus, ebenso eine Magd und ein Knecht, die wacker im Landwirtschaftsbetrieb mithalfen. So wacker, dass sie zeitlebens bei der Familie Ritschard bleiben durften.

Frau Ritschard soll schon damals, im vorderen Jahrhundert, Zimmer im 1. und 2. Stock an Fremde und Handelsreisende vermietet haben. Im heutigen „kleinen“ Speisesaal befand sich das Zivilstandsamt und nebenan eine Kanzlei.

1945 erwarb Otto Rieder, Bezirksagent der Schweiz. Mobiliar Versicherung, das Haus und richtete Büros im Parterre ein, sowie Wohnungen im 1. und 2. Stock, die zeitweise zu Fr. 50.-- pro Monat (4 Zimmer-Wohnung) vermietet wurden.

1970 im Dezember erwarb Frau Schmidt aus Arbon das Haus. Sofort wurden Renovationsarbeiten durchgeführt - meistens in der damals stillen Winterzeit - und schon bald waren Zentralheizung, Toiletten und Bäder installiert. Sämtliche Zimmer wurden mit neuen Böden, Wänden und Decken aufgewertet.

Trotz der damals eher düsteren wirtschaftlichen Prognosen, wagte Frau Schmidt im Frühjahr 1977 einen grossen Schritt vorwärts. Westlich des bestehenden Hauses wurde ein Zimmertrakt angebaut. Kurz darauf wurde auch das Dachgeschoss ausgebaut. Das Hotel verfügte nun über 31 Zimmer, grösstenteils mit Bad oder Dusche/WC.

1982/83 wagte die damalige Besitzerin nochmals einen bedeutenden Schritt. Mit Peter Marti, Architekt zu Unterseen, plante sie einen kompletten Neubau auf dem Areal des damaligen Gartens. Der Neubau musste den neusten Bedürfnissen der Gäste angepasst sein, eine möglichst grosse Anzahl Gästezimmer beinhalten und auf das Hauptgebäude im Chaletstil nicht störend wirken. Man kann heute sicher behaupten, dass die Verbindung alter und neuer Chaletstil doch recht gut gelungen ist.

Im Frühjahr 1985 habe ich bei Frau Schmidt die Stelle als Direktionsassistent angetreten. Sie hat sich  dann Anfang 1993 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen und mir als Hoteldirektor die Gesamtleitung des Betriebes überlassen.

Am 1. April 1999 konnten meine Frau und ich dann nach langen Verhandlungen das Hotel Chalet Swiss erwerben und seitdem ist es in unserem Besitz. Es ist mir ein Anliegen, viele alte Strukturen und Teile des Gebäudes, die leider in den letzten 50 Jahren verbaut oder verdeckt wurden, wieder hervorzuheben und zu zeigen. Im September 1999 wurde die Front des Hauptgebäudes unter Denkmalschutz gestellt.

Das Hotel Chalet Swiss verfügt zurzeit über 53 Zimmer, alle mit Bad/Dusche/WC. Bei Höchstbelegung der Zimmer können wir bis zu 136 Gästen Unterkunft bieten. Vom damaligen „Pension-Garni“ sind wir zum Ferien- und Passantenhotel für Europareisende gewachsen.

Wir erarbeiten pro Jahr über 20’000 Logiernächte mit Gästen aus aller Welt. Etwa vierzehn Mitarbeiter sind ganzjährig angestellt und verarbeiten z.B. 75 Tonnen Wäsche oder servieren bis zu 8’000 Portionen Fondue „Bourguignonne“ in einem Jahr. Das Leben in unserem Hotel bringt mit den vielen Gästen aus verschiedenen Kulturen jeden Tag neue Erlebnisse und Überraschungen. Es ist mir ein Anliegen, dass sich unsere Gäste wie zu Hause fühlen. Viele meiner Mitarbeiter sind seit mehr als 12 Jahren mit uns zusammen tätig und versuchen unseren Gästen eine möglichst persönliche und familiäre Atmosphäre zu vermitteln.

Seitenanfang